Nachdem der dEnk uns in seinen Arbeitsablauf Einblick hat gewähren lassen, kribbelte es mir schon wieder in den Fingern und ich hatte wieder richtig Lust auf die Wiederauferstehung der Workspaces Serie. Aufgrund des positiven Feedbacks auf Facebook war es dann auch wirklich ein No-Brainer. Kurz mit dem dEnk vom 2 Zimmer Gefüge telefoniert – Paar Fotos bekommen und Fragen/Antworten ausgetauscht: BOOM!

Enjoy Season 2 of the infamous Workspaces Show!


Workspaces – where the beats are born – Season 2


Lieber dEnk, wie kamst du zum Produzieren?

Also angefangen hat das Ganze eigentlich so mit 12 oder 13 damit dass ich irgendwann meinem Vater ein paar Rap Sachen gezeigt habe und er dann meinte: “Aha, das da is aber geklaut!”. Dann sind wir ins Wohnzimmer und er hat mir die Original Scheiben vorgespielt. Da habe ich dann begriffen was eigentlich den Sound der mich bei Hip Hop von Anfang an interessiert hat ausmacht: das Sampling.

dEnk – 2Zg

Ein paar Jahre später so um 2004 rum habe ich dann angefangen mit ein paar Scheiben aus der eigenen Sammlung und der Sammlung vom Vadder die ersten Gehversuche in die Beat Bastel Ecke zu machen. Das ging dann ein paar Jahre im stillen Kämmerlein ohne jegliche Veröffentlichung bis ich 2011 Drumtomski getroffen habe und wir zusammen das Ganze ernsthafter angegangen sind und uns die Nächte in der dEnkfabrik um die Ohren geschlagen haben.

Dann kam die große 2ZG Fusion 2012 und seitdem werken wir hier alle zusammen in Saarbrücken.

Momentan besonders motivierend ist die Arbeit mit Hentzup. Es tut sehr gut wenn man neue noch ein paar Jahre jüngere Leute mit richtig Hunger auf die nächsten Schritte um sich hat.


Was treibst du im Gefüge?

Ich baue Beats, rappe des öfteren mal, kümmere mich um unsere Releases in Bezug auf Planung, Sound (Recording, Mixing & Mastering), um organisatorische Fragen im Gefüge und hänge mit dem Aff rum.


Was machst du sonst? Beruf? Schule? Studium?

Seit einem halben Jahr konnte ich glücklicherweise meine Lohnarbeits-Zeit von 40 auf 24 Stunden die Woche runterregeln und arbeite in dieser Zeit als Software-Entwickler. So bleibt mehr Zeit für das, was wichtig ist.


Kannst du Instrumente spielen? Wenn ja: Welche?

Ja, ich spiele Gitarre und Klavier.


Erzähl uns was über deinen Workflow.

Für mich ist es wichtig den Bereich Beat-Bau und Mix/Master Aufgaben zu trennen. Das sind zwei völlig verschiedene Modi in denen man da unterwegs ist.

Beim Beats bauen läuft das ganze immer noch in den meisten Fällen über Intuition ohne festen
Fahrplan. Über die Jahre hat man ja ein Repertoire an Werkzeugen und Techniken angesammelt was ohne groß drüber nachzudenken nutzbar ist und macht einfach. Zur Zeit gehts da auch viel mit Synth Experimenten und allem was ich sonst so an Instrumenten in die Finger bekomme,oder mir selbst baue zur Sache.

Beim Mischen und Mastern wiederum gewöhnt man sich eine gewisse Grundstrategie an und arbeitet sich so durch das Projekt. Mir ist dabei sehr wichtig, dass die Leute, deren Sachen ich gerade auf dem Tisch habe mit am Ball und vor Ort sind, damit wir gemeinsam das beste aus den Aufnahmen und Beats rausholen können. Das Kernteam im Gefüge für diesen Prozess besteht in den letzten Jahren meistens aus Drumtomski, dem Onkel und seit ein paar Monaten auch aus Hentzup. 8 Ohren hören mehr!!!


Welche Geräte hast du? Benutzt du?

dEnk Workspace – Ableton Push 2 – Roland JP-08 Synth

Ok. Da haste die Liste:

  • Ableton Push 2
  • MPD24 – Für mich die besten Pads, eingeschlagen seit 10 Jahren
  • MPC 1000
  • Mikrofon Pro Series VT-12
  • vom Onkel ausgeliehen: SPL Channel One
  • Keys: Yamaha P-45
  • Synths: Roland JP-08, Korg Kross 66
  • Interface: Steinberg UR22 mkII
  • Turntables: Technics 1210mk2 & Rotziger alter Gemini von Blazzco
  • Traktor Audio 6
  • DJ-Tech Dif-1s (geiler Fader, Drecks-EQ)

Analog vs. Digital?

Auf jeden Fall beides. Ich denke man sollte immer das richtige Werkzeug zum angestrebten Zweck nutzen. Die analoge und digitale Welt lassen sich ja auch sehr gut miteinander verbinden. Der ganze Streit um Analog und Digital ist letzen Endes ja nicht relevant, wenn die Ergebnisse geil sind. Dann isses halt geil, auch wenn einer den Beat gefurzt hat.

dEnk – Workspaces – Roland JP-08 Closeup

Generell gilt für mich: Wenn ich gerade gar keine Vorstellung habe und der Kopf leer ist, dann gehts immer an die MPC und es passiert einfach was. Auch gerne per Velocity Chop nach Zufallsprinzip. Das generiert neue Ideen, auf die man mit einem verkopften Plan nie gekommen wäre. Mein Hauptarbeitstier ist nun aber seit 2 Jahren der Push Controller in Kombination mit Live. Für mich die digitale neue Variante des MPC Workflows mit vielen guten Pads und Potis, plus volle DAW Möglichkeiten.


Deine Lieblings Produzenten?

Das ist immer schwierig zu beantworten, aber mal eine kurze Liste:
Quincy Jones, Daft Punk, Pete Rock, Doom, Madlib, Onra

In Deutschland gut und interessant im Hip Hop Bereich finde ich Jay Spaten, Pierre Sonality, Kauz von den Futschis und Klaus Layer.

Kurzer Tip am Rande: Geh auf pensadosplace.tv, dort gibts viel Inspiration fürs Mischen und Mastern.


Hast du Tipps für werdende Beatmaker?

Ein paar Dinge sind mir unterwegs aufgefallen.

Zuerst zum Technischen:
Kauf dir ein gutes Audio Interface mit kurzen Latenzzeiten!
Pads, Pads, Pads, nicht nur clicky bunti am Bildschirm

dEnk – Workspaces – Setup

Und noch ein paar Allgemeine Tips:
Egal was du später für einen Sound machen willst, am Anfang gilt: Back to the roots → Klassischer Drumcomputer Workflow. Wer das mal verstanden hat, der weiss was wichtig an und in einem Beat ist.
Trennung von Mix & Master (bitte keine Master Chain schon beim Beat skizzieren!!!)

Verstehe Kompression:
Trainiere dein Gehör und zieh dir alle Aufnahmen rein die du in die Finger bekommen kannst. Lernen kann man aus allem. Auch aus Schrott kann man ja zumindest lesen warum es Schrott ist und das dann vermeiden.

Und der wahrscheinlich wichtigste Tip: 
Arbeite mit anderen zusammen. Keiner im Gefüge wäre ansatzweise auf dem Level auf dem er heute ist ohne den Rest der Sippe. Punkt!


„Ey, ich bin Mc Diesdas schick mir mal ein beat!“

Allgemein ergibt sich bei uns eine Kooperation fast ausschließlich über persönlichen Kontakt. Aber wer weiss? Die Antwort auf diese Mail wäre wohl:

“Mei Gudda, dann schick doch mal ein paar Lieder rum, dann schauen wir weiter”


Was hast du alles bis jetzt Veröffentlicht?

Ich bin die Releases bei denen ich meine Finger im Spiel hatte vor kurzem mal durchgegangen. Es sind mittlerweile 22: 16 Vinyl & 6 Tapes. Wen die Details interessieren findet hier mehr: DEnkfabrik@Discogs


Aktuelle Projekte:

Gerade stehen drei wichtige Projekte an:

Die erste 12 Inch aus der kommenden Gefüge Instrumental Reihe “Fusions” zusammen mit Drumtomski gegen März/April ein sehr, sehr, sehr starkes Tetsuo Album mit dem Titel “Erde II” und das zweite Gesamt-Gefüge Album mit allen Jungs gegen Mitte des Jahres.

Nach 3 Jahren seit dem 1. Gefüge Release wird es dafür auch Zeit


Shoutouts:

Grüße gehn raus an die 2ZG Bruderschaft, die Virage Est, ANC, Henk & Micha, den Belichta, Unrat Scurrilitas, Dominik Cermann, Frederic Zenner, DJ Sir Cut, Cubic, BAF, DJ Obsolete, Sonne Ra, die Futschis, SterilOne, HHV & Vinyl-Digital und alle die ich hier vergessen habe


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